9. Workshop der AG CAA in Wilhelmshaven, 23.-24.09.2019

CAA Wilhelmshaven
Mit den digitalen Verfahren in der Archäologie haben sich nicht nur die Methoden der Analyse, sondern vor allem auch die der Dokumentation und Aufbereitung dieser Daten gewandelt. Welche konkreten Auswirkungen hat die digitale Dokumentation im Grabungs- und Forschungsalltag? Wo liegt der tatsächliche Gewinn und welche weiteren Potenziale sind zukünftig besonders vielversprechend? Wie sind politische und institutionelle Vorgaben zu daten-infrastruktureller Normierung in die Dokumentations- und Arbeitsprozesse einzubetten? Entlang dieser Fragestellungen will die Tagung der AG-CAA den aktuellen Stand der Entwicklung in den digitalen Anwendungen und quantitativen Methoden in der Archäologie reflektieren.

Wie in den Vorjahren soll der CAA-Workshop aber auch Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Disziplinen, die sich mit Computeranwendungen und quantitativen Methoden in der Archäologie beschäftigen, die Möglichkeit geben, über laufende Forschungsprojekte oder Abschlussarbeiten zu berichten sowie über die Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Methoden zu diskutieren. Diese Einladung richtet sich ausdrücklich auch an Studierende.

Zum 150. Jahrestag der Stadt lädt das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung  zu sich nach Wilhelmshaven ein, um den Workshop am 23. und 24. September auszurichten. Veranstaltungsort ist das Kulturzentrum Pumpwerk, wo wir Sie alle herzlich willkommen heißen wollen.

Themen

Für den 9. Workshop der CAA Deutschland laden wir Sie zur Einreichung von Abstracts für Präsentationen und Poster ein. Thematisch sollten sich die Einreichungen an folgenden Aspekten orientieren:

  • Die Zukunft der digitalen Dokumentation und Analyse
  • 3D Dokumentation und Sicherung archäologischer Kulturgüter
  • Auffindbarkeit und Interpretation von Produkten digitaler Dokumentation
  • Voraussetzungen und Methoden der Analyse quantitativer und qualitativer Daten
  • Interoperabilität, Normierung und Diversität

Auch anders gelagerte Vorschläge für Diskussionsthemen sind herzlich willkommen.

Einreichung

Bitte schicken Sie die Kurzdarstellung ihrer Präsentation / Poster von maximal 1.500 Zeichen Länge an workshop@ag-caa.de.

Der späteste Einreichungstermin ist der 26.07.2019.

Bis zum 7.8.2019 erfolgt die Benachrichtigung, ob Ihr Vortrag bzw. Poster angenommen wurde, gegebenenfalls mit Feedback zur Überarbeitung des Abstracts. Der beste Vortrag und das beste Poster werden jeweils mit einem Preis prämiert.

Registrierung und Teilnahmegebühren

Die Teilnahmegebühren betragen vergünstigt bis zum 23.8.2019:

  • Vortragende/Posterautorinnen und -autoren, Studierende/Promovierende, Arbeitslose: 15 €.
  • Alle übrigen Teilnehmer/innen: 20 €

Bitte registrieren Sie sich formlos per e-Mail an workshop@ag-caa.de.

Vorläufiges Programm

Montag, 23. September

Die Registrierung findet im Vortragssaal während der Pausen statt.

Zeit Titel
08:15-12:15 Tutorials
kein Programm / Mittagspause
13:00-13:15 Begrüßung
13:15-14:45 Session 1
14:45-15:00 Kaffeepause
15:00-16:30 Session 2
16:30-18:00 Postersession
18:00-19:00 Mitgliederversammlung AG CAA
20:00- Abendessen

Dienstag, 24. September

Zeit Titel
09:15-10:45 Session 3
10:45-11:00 Kaffeepause
11:00-12:30 Session 4
kein Programm / Mittagspause
13:30-15:00 Session 5
15:00-15:15 Verabschiedung

Tutorials (23. September, 8:15-12:15)

Am 23. September bieten wir zwei Tutorials für Sie an. Bitte beachten Sie, dass aus organisatorischen Gründen die Teilnehmerzahl begrenzt ist – melden Sie sich also bitte rechtzeitig für die Tutorials an.

Tutorial 1: Bildbasierte 3D-Modellierung in der Feldarchäologie

Dozent: Arie Kai-Browne (HTW-Berlin)

Das Verfahren der bildbasierten 3D-Modellierung gilt inzwischen als etablierte Dokumentationsmethode von archäologischen Funden und Befunden. Die in dem Bereich des maschinellen Sehens entwickelten Algorithmen, Structure from Motion (SfM) und Multi View Stereo (MVS), ermöglichen es den Anwendern, ohne teures Messequipment, hochauflösende 3D-Modelle mit Hilfe einer handelsüblichen Digitalkamera zu erstellen.

Vor allem bei archäologischen Ausgrabungen, die zumeist mit der völligen Zerstörung des Befundes einhergehen, bietet dieses Verfahren erhebliche Vorteile gegenüber klassischen Formen der Dokumentation. Neben der flächigen Erfassung der geometrischen Beschaffenheit des Befundes wird die Vielzahl an Digitalbilder zur farblichen Texturierung des 3D-Modells herangezogen. Die sensorische Erfassung des Befundes liefert somit eine vergleichsweise objektive Form der Dokumentation, da keine repräsentativen Einzelpunkte oder Abmessungen zur Darstellung des Befundes vom Bearbeiter ausgewählt werden müssen.

Dieser Umstand bedingt jedoch, dass die Interpretation des Befundes, welche beispielsweise bei der zeichnerischen Dokumentation ein essentieller Bestandteil ist, gesondert erfasst werden muss. Insofern ist es von grundlegender Bedeutung auch bei der Verwendung dieser Dokumentationsmethode weiterhin die Interpretation am Befund durchzuführen.
Im Rahmen des Workshops soll den Teilnehmer gezeigt werden, wie sich die bildbasierte 3D-Modellierung in den Grabungsalltag integrieren lässt. Hierbei werden Workflows zur Optimierung der Prozessierungsdauer aufgezeigt und wie Derivate, wie beispielsweise Messabbildungen, während der laufenden Grabungsarbeiten eingesetzt werden können. Des Weiteren wird die einzusetzenden Hardware, wie z.B. Kamerasysteme und Computerkonfigurationen, erläutert und die Einhaltung von Qualitätsstandards vertieft betrachtet.

Tutorial 2: Einführung in die statistische Programmiersprache R

Dozent: Sophie C. Schmidt, MA (Universität Bonn)

Diese Einführung in R mit Rstudio richtet sich an ArchäologInnen und Studierende ohne Vorkenntnisse in der Programmierung, die ein Werkzeug für die Umsetzung quantitativer Methoden erlernen möchten. Die freie und offene Programmiersprache R erfreut sich zunehmender Beliebtheit in der Archäologie, da sie eine große Bandbreite unterschiedlicher Analysemöglichkeiten bietet und die Reproduktion und Replikation eigener und fremder Studien erleichtert.

Der 3-stündige Workshop wird eine Einführung darstellen, in der die wichtigsten Grundlagen praktisch erarbeitet werden. Anhand archäologischer Daten werden einfache Datenoperationen erlernt und erste Graphen erstellt. Ziel ist es, dass den TeilnehmerInnen der Einstieg erleichtert wird, sie ein Gefühl für die Vielzahl an Möglichkeiten bekommen und sich im Anschluss eigenständig weiterbilden können.

Benötigt werden: ein Laptop mit laufender Installation von R 3.6.0 (https://cran.r-project.org/) und Rstudio (http://rstudio.com/)

Anreise nach Wilhelmshaven

mit der Bahn:
Von Südwesten ab Osnabrück fährt die Nordwestbahn (Regionalbahn) Richtung Wilhelmshaven (2h). Es gibt aber auch Verbindungen mit Zwischenhalt Bremen, die sich preislich und zeitlich kaum etwas nehmen und nur ca. eine Stunde Regionalbahn beinhalten (Extratipp: Icebreaker der AG-CAA in der 2. Klasse direkt vor der 1. Klasse, da gibt es in der NWB oft Steckdosen). Der Rest von Deutschland fährt sowieso über Bremen bzw. Oldenburg.
Aus Hamburg und Bremen sowie Groningen (NL) gilt das Niedersachsenticket (“plus Groningen”).

Mit dem Flugzeug:
Der nächste Flughafen ist Bremen. Von dort kann man mit der Straßenbahn und dem Zug nach Wilhelmshaven fahren.

Mit dem Auto:
Schnellste Verbindung ist über Bremen (A28) und Oldenburg (A29) nach Wilhelmshaven. Aktueller Stauschwerpunkt zu Stoßzeiten ist Bremen Stuhr. Hier kann über die A27 und die B6 durch Bremen oder nördlich durch den Wesertunnel (B437) ausgewichen werden.

Mit dem Bus:
Aus vielen Städten kann Wilhelmshaven mit Fernbuslinien erreicht werden. Die Haltestelle befindet sich neben dem Bahnhof direkt in der Innenstadt.

Mit dem Schiff:
Von Helgoland über Hooksiel und direkt aus Eckwarderhörne kann Wilhelmshaven auch gut mit der Fähre erreicht werden.

Übernachtung, Essensmöglichkeiten

Das NIhK stellt für 6 Studierende mit Vortrag eine freie Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung. Bitte geben Sie bei Ihrer Einreichung an, ob Sie diese Möglichkeit beantragen wollen. Fügen Sie der e-Mail bitte einen Studiennachweis bei.

Ein gemeinsames Abendessen für alle Interessierten wird auf Selbstkostenbasis (ca. 30€) organisiert.

Weitere Informationen hier in Kürze.

Kommittee

Organisationskommittee

  • Moritz Mennenga
  • Thorsten Becker
  • Kai-Christian Bruhn
  • Lutz Schubert

Programmkomittee

Mehr in Kürze

Poster

Bitte hängen Sie die Einladung zum Workshop in Ihrer Einrichtung aus – vielen Dank.

NIhK logo Gefördert durch den Marschenrat zur Förderung der Forschung im Küstengebiet der Nordsee e.V.